Musik

Das STAHLQUARTETT spielt ein von Jan Heinke konstruiertes, aus Eisen und Stahl gefertigtes Instrument, das Stahlcello. Mehr über unser Instrument erfahren Sie hier.

Unsere Konzerte finden vorwiegend im kammermusikalischen Rahmen statt. Das Repertoire umfasst neben eigenen Kompositionen auch Interpretationen klassischer bis zeitgenössischer Werke.

Durch den Klang und die Langsamkeit der Stahlcelli erhalten die Stücke eine neue Prägung und erfahren so eine Um- bzw. sogar Neuinterpretation. Beispielhaft dafür ist der Jazzklassiker 'Footprints' von Wayne Shorter und die Umsetzung durch das STAHLQUARTETT im Arrangement von Jan Heinke:

Wayne Shorter
Footprints (Thema)
.. und so klingt es beim STAHLQUARTETT:
W.Shorter / J.Heinke
Footprints (Thema)
Stahl akustisch

Da die Stahlcelli von Jan Heinke nur vom STAHLQUARTETT gespielt werden, gibt es keine Vorbilder oder gar Etüden und 'Schulen der Geläufigkeit für Stahlcello'. Wir selbst müssen (und dürfen) die Klangwelten und -möglichkeiten der Instrumente entdecken.

Diese Suche mündet oft in Kompositionen, welche diese Entdeckungen betonen und gezielt die besonderen Möglichkeiten der Instrumente herausarbeiten.

Jan Heinke
Das Buch der Farben III (Auszug)
STAHLQUARTETT/Peter Andreas
Sonosophie@Epilog (Auszug)

Mit älterer Musikliteratur beschäftigen wir uns von Beginn an. Zum einen, weil da ein reicher Fundus an Musik vorhanden ist, zum anderen, weil wir für uns und auch für das Publikum Referenzstücke benötigten, um herauszufinden bzw. zu verdeutlichen, was auf den Instrumenten möglich und spielbar ist. Dabei gab es ein überraschendes Resultat: Historisches Material erscheint wie unter einem Mikroskop und gibt verborgene Details preis, welche bislang so kaum zu hören waren. Die charakteristische Sprache eines Komponisten bleibt zwar erhalten, sie löst sich aber in den Interpretationen des STAHLQUARTETT aus ihrem Hintergrund und erfährt eine veränderte Deutung.

Daher umfasst das Konzertrepertoire des STAHLQUARTETT auch zahlreiche Bearbeitungen klassischer und zeitgenössischer Musik. Diese halten sich zum Teil nahezu genau an die Noten des ursprünglichen Stückes..

J.S.Bach
Präludium e-moll (Auszug)
aus 'Kleine Präludien und Fughetten', BWV 900

.. oder die Stücke werden reduziert und so für die Klangwelten des STAHLQUARTETT adaptiert:

J.S.Bach
Präludium Nr. 12 in f-moll (Auszug)
aus 'Wohltemperiertes Klavier Teil II', BWV 870-893
Stahl und Stimme

Einen wesentlichen Teil unserer Programme nehmen Stücke für Stahl und Stimme ein. Dies ist leicht erklärlich, denn es gibt zwei Sänger im Ensemble: Jan Heinke und Michael Antoni.

Jan Heinke beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Obertongesang und hat diese Technik so weit entwickelt, dass er auch kontrapunktische Gesänge darbieten kann. Dies weist weit hinaus über die tradierten Formen des Obertongesanges und ist in gewisser Weise singulär. Diese Klänge mischen sich wunderbar mit den Stahlcelli und haben zu zahlreichen Stücken für Stahlcello und Obertongesang geführt.

Als Beispiel wieder 'Footprints' von Wayne Shorter:

W.Shorter / J.Heinke
Footprints (Thema)

Michael Antoni hingegen hat eine klassische Gesangsausbildung als Bassbariton und bringt diese in die Arbeit des STAHLQUARTETT ein. Die Suche nach passenden klassischen Stücken, welche auch den Instrumenten entsprechend langsam vorgetragen werden können, ist freilich schwierig, aber einige Stücke sind schon entstanden, wie z.B. der folgende mittelalterliche Mariengesang:

Anonymus/Michael Antoni
In hoc anni circulo (Auszug)
Kooperationen

Stahlcello elektrisch

Mit dem Sounddesigner Winterberg verbindet uns eine langjährige Freundschaft. Ziel unserer Arbeit mit ihm war die Annäherung von akustischen und synthetischen Klangfeldern. Sonst als Nebengeräusche akzeptierte oder verdrängte Alltagsgeräusche rücken in den Bereich musikalischer Wahrnehmung und bilden ein eigenständiges, strukturbildendes Geschehen.

Winterberg/STAHLQUARTETT
Knispel (Auszug)

Stahlcello und Chor

Auch mit Chören gab es gemeinsame Programme, so z.B. mit dem Universitätschor der TU Dresden (Leitung: Christiane Buttig) und dem Sächsischen Vokalensemble (Leitung: Matthias Jung). Für das 10-jährige Bestehen dieses Ensembles schrieb der Komponist Karsten Gundermann das Stück "Jahr am Fenster" für gemischten Chor und vier Stahlcelli:

K. Gundermann
Winter (aus "Jahr am Fenster")

Stahlcello und Orgel

Gemeinsam mit dem Organisten Burkhard Rüger haben wir Stücke für Orgel und Stahlcelli aufgeführt. Das Programm spielte damit, Klänge entstehen zu lassen, die für den Zuhörer nicht mehr klar der Orgel oder dem STAHLQUARTETT zuzuordnen sind:

Olivier Messiaen
Apparition de l'Eglise Eternelle (Auszug)

Mit dem Dresdner Organisten und fantastischen Improvisateur Tino Knappe erarbeiteten wir 2014 ein Improvisationskonzert mit Orgel.

Stahlcello, Kontrabass und Flöte

Ein gemeinsames Programm mit den Schweizer Künstlern Andreas Stahel (Flöte) und Dominique Girod (Kontrabass) führten wir in Zürich und Winterthur auf.

A. Stahel / D. Girod / STAHLQUARTETT
Improvisation (Auszug)